Titelbild mit dem Logo des Fachwartvereins

Tagesausfahrt des Fachwartvereins zum KOB und zum Staatsweingut Meersburg

Am 7.09.24 war um 7:00Uhr bereits Abfahrt in Münchingen. Die Mitglieder des Fachwartvereins machten sich mit dem Reisebus auf den Weg zum KOB (Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee) .

Um 10:00Uhr konnte uns Hans-Thomas Bosch beim KOB begrüßen.
Er erklärte uns etwas zu seiner Person und seinem Aufgabenfeld beim KOB und der Sortenerhaltungszentrale.  Er selbst interessiert sich auch privat für den Sortenerhalt und den Baumschnitt bei Hochstämmen.

Seit 2 Jahren ist er in der Sortenerhaltungszentrale beschäftigt. Seit 2010 am KOB tätig.

Hans-Thomas Bosch verschaffte uns einen Einblick in die geschichtlichen Hintergründe des KOB. Die Entstehung als Versuchsstation der Uni Hohenheim, die Obstbauforschung sowie die Entwicklung eines Stiftungskonzeptes kamen zur Sprache.

Beim KOB werden hauptsächlich Apfelsorten für den Erwerbsobstbau getestet. Für Birnen ist der Standort zu kalt und für Kirschen ist die Anzahl der Niederschläge zu hoch.

H.-T. Bosch erläuterte uns die verschiedenen Fachrichtungen des KOB. Dazu gehören z.B. die Pflanzengesundheit, Sortenprüfung, Ertragsphysiologie und Lagerphysiologie.
Aus einzelnen Bereichen wird auch ein Infodienst angeboten.

Detailliert wurde dann auf die Sortenprüfung eingegangen. Welche Faktoren prüfungsrelevant sind, wie viele Sorten pro Jahr geprüft werden und wie viele im Schnitt dann tatsächlich auch marktfähig sind.

Weiter ging es in die Sorten-Erhaltungsquartiere der Äpfel.

H.-T. Bosch erklärte uns wann diese angelegt wurden und zu welchem Zweck. Für die selbe Sorte wurden unterschiedliche Unterlagen verwendet.
Aber auch sortenbedingte Wachstumsunterschiede auf selber Unterlage waren deutlich sichtbar.

Die Sortenauswahl der aufgeplanzten Sorten beim KOB erfolgte über die Deutsche Genbank Obst. Das KOB ist der Doppelstandort zur Absicherung des Erhalts und zum Vergleich der Sorten. Aktuell steht in der Sortenerhaltungszentrale beim KOB noch Platz für ca. 200 Sorten zur Verfügung.

Die unterschiedlichsten Themen wurden besprochen.
So z.B. was für Auswirkungen die klimatischen Veränderungen mit sich bringen, warum im Erwerbsobstbau keine alten Sorten zu finden sind. Inwieweit sich die Züchtungsziele im Laufe der Zeit verändert haben.

H.-T. Bosch erläuterte noch ein paar Geschichten zu seiner Bestimmungsarbeit als Pomologe und welche Wirrungen es diesbezüglich geben kann.

Er erklärte kurz, welche Wege es gibt um Sorten zu bestimmen und welche Merkmale der Früchte dafür ausschlaggebend sind.

Weiter ging es ins Birnenquartier. Dort stehen aktuell ca. 150 Sorten. Diese Pflanzung ist ebenfalls Teil der Deutschen Genbank Obst.
Hans-Thomas Bosch erklärte uns hier einige Details zu Sorten und erwähnte den „Unteren Frickhof“. Dieser liegt außerhalb des KOB, umfasst allerdings eine Sortensammlung aus ca. 350 Wirtschafts- und ca. 150 Tafelbirnen. Dort sind auch Birnenhochstämme zu finden.

Die Sprache kam auch auf die Abgabe von Edelreisern.
Grundsätzlich ist dies möglich, allerdings nur an Privatleute und wenn die Sortenechtheit gesichert ist.

Da Hans-Thomas Bosch fachlich im Bereich des Obstbaumschnitts ebenfalls gut aufwarten kann, sind wir gemeinsam noch auf eine Ausgleichsfläche der Gemeinde gefahren. Diese wurde vor ca. 25 Jahren mit Obsthochstämmen bepflanzt.

Hier hatte er an vier sortengleichen Birnenhochstämmen verschiedene Schnitttechniken und Formierungen getestet und beobachtet. So kann man sich die Auswirkungen im direkten Vergleich betrachten. Vorteilhaft dabei ist, dass diese Bäume bereits seit 10 Jahren von Hans-Thomas Bosch geschnitten werden.
Inzwischen werden alle Bäume auf die gleiche Weise geschnitten.

Auch die Apfelbäume auf der Fläche wurden besprochen. HTB zeigte uns die selbe Sorte, unterschiedlich erzogen.
Einmal als Etagenkrone und einmal als Oeschbergkrone. Seine persönliche Erfahrung hinsichtlich des Pflegeaufwands war sehr interessant. Auch die Meinung, dass keine Erziehungsform „falsch“ ist wurde betont. Sie sollte nur bewusst und angepasst erfolgen. Denn jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Am vorher erwähnten „Unteren Frickhof“ wird an Birnen eine hochstämmige Erziehung als Spindel getestet. Das zeigt, dass auch Fachleute offen für neue Wege und Möglichkeiten sind.

Hans-Thomas Bosch konnte uns einige Fragen kompetent beantworten und wir konnten neues Wissen mitnehmen.

Nach einem Gruppenbild ging es für uns mit dem Bus weiter zur nächsten Station.

Angekommen beim Staatsweingut in Meersburg erwartete uns eine Führung durch die Kellerei.

Zu Begrüßung wurde uns ein Secco blanc angeboten.
Während wir diesen verköstigten, wurden uns von Julius sehr unterhaltsam geschichtliche Fakten zum Staatsweingut dargelegt.

Wie die Besitzverhältnisse waren und welche baulichen Besonderheiten vorliegen wurde uns erklärt.

Auch die unterschiedlichen Rebsorten die in der Region angebaut werden, wurden thematisiert und beschrieben.

Auch die Vor- und Nachteile beim Anbau in der Region kamen zur Sprache.
So ist der Vorteil des Standorts, dass durch die Lage am Bodensee kaum Spätfröste zu erwarten sind.
Dafür kann es allerdings zu vermehrten Hagelschäden kommen.

Wir konnten auch einen Einblick in die Kellerei bekommen.

Hier wurde uns von Sandra Braun etwas zu der Entrappungsanlage, der Presse und den Tanks zur Zwischenlagerung erklärt.
Auch eine Destille ist in den Räumlichkeiten vorhanden.
Während den Ausführungen konnten wir eine weitere Weinprobe genießen.

Weiter ging es für uns in den historischen Weinkeller. Dieser befindet sich im ehemaligen Stadtgraben von Meersburg.

Bei einer weiteren Probe wurde uns etwas zu den Tanks und der Lagerung erzählt, aber auch Pflanzenschutz und Schadbilder spielten eine Rolle.

Es wurde uns erläutert wie die Lese praktiziert und welche Ziele angestrebt werden.

Daraufhin ging es für uns wieder nach oben und wir konnten uns die Abfüll- und Etikettieranlage anschauen. Dort erfuhren wir, dass der Weinmarkt stark eingebrochen ist. So bieten die Bodenseeschiffe z.B. inzwischen keinen regionalen Wein, sondern Wein aus dem Ausland an.

Deshalb hat sich das Staatliche Weingut mit einem deutschen Discounter als Abnehmer geeinigt. Dies erstmal für ein Jahr um zu sehen wie hoch die Absatzzahlen sind.

Weinkunden kaufen ihre Weine inzwischen tendenziell in Discountern und nicht mehr in Winzereien oder Vinotheken.
Das Staatliche Weingut testet so also das Marktpotenzial.

Auch neu im Sortiment sind Weinschorle um auch die jüngeren Kunden anzusprechen.

Die letzte Station war die Vinothek. Dort konnten wir noch einen Riesling verkosten und dabei die Auswahl in den Verkaufsräumen begutachten.

Der ein oder andere hat sich hier auch noch ein Fläschchen mitgenommen.

Nach der Führung hatten wir bis zur Rückfahrt Zeit zur freien Verfügung.

Es bot sich an das Weinfest zu besuchen welches in Meersburg stattfand.

Einige hat es aber auch an die Seepromenade gezogen um dort die Aussicht zu genießen. Diese war dank des hervorragenden Wetters nämlich wunderschön.

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